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Personen, die Honigbienen halten.

Empfehlungen für Imker/innen

Mit der Wahl der Bienen, des Standortes und der Bienenhaltung haben Sie das Wohlergehen Ihrer Bienenvölker in der Hand. Mit präventiven Massnahmen können Sie viele Krankheiten reduzieren oder vermeiden. Wenn nötig, reduzieren Sie mit Bekämpfungsmassnahmen den Schaden und verhindern die Ansteckung weiterer Völker.

Hinweis: Die Informationen und Dokumente auf der Plattform ersetzen auf keinen Fall den Besuch von praktischen Grund- und Weiterbildungskursen. Diese werden von den Imkervereinen angeboten und empfehlen sich vor allem auch für Neuimker/innen.

Von Aus- und Weiterbildung profitieren

Empfehlung für Honigbienen

Eine gute praktische und theoretische Ausbildung ist Voraussetzung für Ihren Erfolg als Neuimker/in. Bilden Sie sich jedoch auch als erfahrene/r Imker/in weiter und bleiben Sie informiert. Forschung und Praxis liefern Ihnen ständig neue Erkenntnisse zu einer gesundheitsfördernden Bienenhaltung.

Besuchen Sie als Neuimker/in einen Imkergrundkurs.

Bild: Ruedi Ritter

Besuchen Sie praktische Veranstaltungen der Imkervereine.

Wenden Sie sich an die Imkersektion in Ihrem Bezirk oder an den kantonalen Imkerverband.

Besuchen Sie weitere Webseiten. Lesen Sie Fachzeitschriften und Bücher.

Hier finden Sie eine Auswahl an geeigneten Fachzeitschriften, Büchern und Webseiten.

Absolvieren Sie ergänzend zum Grundkurs den Online-Imkerkurs.

Bild: VDRB

Es gibt einen Weiterbildungslehrgang der Imkerbildung Schweiz mit eidgenössischem Fachausweis.

Der Weiterbildungslehrgang wird vom Verein deutschschweizerischer und rätoromanischer Bienenfreunde durchgeführt.
> Weiterbildungslehrgang Imkerbildung Schweiz

Informationen zur Bienenhaltung einholen

Empfehlung für Honigbienen

Verschaffen Sie sich einen Überblick über die verschiedenen Ansätze in der Imkerei. So können Sie eine Bienenhaltung wählen, die zu Ihren Ansprüchen, Einstellungen sowie zeitlichen und finanziellen Ressourcen passt. Fragen Sie sich auch, ob für Sie die Honigproduktion im Zentrum steht oder eher eine natürliche Bienenhaltung. Zu folgenden Themen finden Sie Informationen und Entscheidungsgrundlagen:

Bienenvölker richtig platzieren und füttern

Empfehlung für Honigbienen

Für eine gesunde Entwicklung müssen Honigbienen von März bis Oktober in der Umgebung des Stockes genügend Nahrung finden. Wenn Sie Ihre Honigbienen ausserhalb von Regionen mit hohen Völkerdichten platzieren, reduzieren Sie die Konkurrenz um die vorhandenen Pollen- und Nektarquellen. Zudem vermindern Sie das Risiko, dass Krankheiten und Parasiten von anderen Völkern auf Ihre Bienen übertragen werden.

Wählen Sie den Standort Ihrer Völker so, dass sie von März bis Oktober in der Umgebung genügend Nahrung finden.

Am besten eignen sich dafür vielfältige Landschaften mit Feldern, Hecken, Wäldern, Gärten und Ruderalflächen. Ruderalflächen sind ungenutzte Flächen mit steinigem oder sandigem Untergrund wild wachsender Vegetation.

Listen mit geeigneten Pflanzenarten und weitere Informationen finden Sie in den empfohlenen Dokumentationen.

Kontrollieren Sie die Nahrungsversorgung Ihrer Bienen und füttern Sie diese bei Bedarf auf. Entnehmen Sie nur so viel Honig, dass dem Volk genügend Nahrung bleibt.

So beugen Sie Engpässen vor und müssen weniger Futtermittel verwenden.

Stellen Sie Ihre Völker nicht zu nahe an anderen Ständen auf, meiden Sie Regionen mit sehr hohen Völkerdichten.

So reduzieren Sie die Konkurrenz um die vorhandenen Pollen- und Nektarquellen. Zudem vermindern Sie das Risiko, dass Krankheiten und Parasiten von anderen Völkern auf Ihre Bienen übertragen werden.

Informationen zur Dichte von Völkern in Ihrer Region:
> Imkersektionen in den Bezirken
> Kantonale Bieneninspektoren

Passen Sie die Anzahl Völker pro Standort dem ganzjährigen Blütenangebot in der Umgebung an. Halten Sie nicht mehr als 20 Bienenvölker pro Stand.

So reduzieren Sie die Nahrungskonkurrenz und das Risiko für Räuberei.

Einschleppen und Verbreiten von Krankheiten und Parasiten reduzieren

Empfehlung für Honigbienen
Empfehlung für Wildbienen

Wenn Sie Bienen kaufen und gebrauchtes Imkermaterial einsetzen, steigt das Risiko, dass Krankheiten und Parasiten eingeschleppt oder verbreitet werden. Einige Krankheiten und Parasiten der Honigbienen können auch wildlebende Hummeln befallen.

Achten Sie mit einer sauberen Arbeitsweise auf die Hygiene im Umgang mit Ihren Bienen. Sie leisten damit einen Beitrag zur Gesundheit Ihrer Völker.

Verzichten Sie auf den Import von Bienenvölkern und Königinnen.

Auch offiziell sichere Regionen und Länder werden durch die ständige Ausbreitung von Krankheiten und Parasiten (wie zum Beispiel des Kleinen Beutenkäfers) zu potenziellen Risikogebieten.

Beziehen Sie vitale und gesunde Bienenvölker und Königinnen aus dem Inland, wenn möglich von anerkannten Züchter/innen.

Bild: Ruedi Ritter

Ideal ist, wenn Bienen auch innerhalb der Schweiz nicht über grössere Distanzen transportiert werden.

Informationen und Vermittlung von Adressen von anerkannten Züchter/innen in der Region:
> Imkersektionen in den Bezirken

Wenn Sie gebrauchtes Imkermaterial aus dem In- oder Ausland erwerben, reinigen Sie es fachgerecht.

Weitere Massnahmen ergreifen, um Krankheiten und Parasiten vorzubeugen

Empfehlung für Honigbienen

Mit einer guten Imkerpraxis nehmen Sie Ihre Verantwortung für die Bienengesundheit wahr. So reduzieren Sie die Gefährdung Ihrer Bienen durch Krankheiten und Parasiten.

Wenn Sie Ihre Völker öffnen, untersuchen Sie immer auch den Gesundheitszustand.

Öffnen Sie Ihre Völker jedoch nicht unnötig, um Stress zu vermeiden. Auch Beobachtungen am Flugloch und vom Gemüll auf dem Kastenboden können aufschlussreich sein.

Verhindern Sie das Verschleppen von Krankheiten und Parasiten zwischen den Völkern.

Tauschen Sie keine Waben zwischen den Völkern aus. Flammen Sie Werkzeuge wie den Stockmeissel zwischen der Arbeit an zwei Standorten ab.

Wenn Sie mit Magazinbeuten ausserhalb eines Bienenhauses imkern: Vergrössern Sie den Abstand zwischen Völkern und variieren Sie die Orientierung der Kästen.

Bei dicht aufgestellten Völkern und gleich orientierten Kästen ist die Gefahr gross, dass Sammelbienen sich verfliegen. Wenn Bienen im falschen Volk landen, verschleppen sie möglicherweise Krankheiten und Parasiten.

Passen Sie die Grösse des Brut- und Honigraumes der Grösse des Bienenvolkes an. Erweitern Sie Ihre Völker nicht übermässig und engen Sie den Raum rechtzeitig ein.

Wenn mit Zugabe von Waben der Brut- oder Honigraum übermässig vergrössert wird, benötigen Bienen zu viel Energie zum Heizen. Die Feuchtigkeitsregulation wird schwieriger. Und Schädlinge können sich einfacher vor den Bienen verstecken.

Schätzen Sie bei Ihren Völkern ab, welche eine Zukunft haben und welche zu schwach sind. Schwefeln Sie serbelnde Völker ab.

Melde-, Bekämpfungs- und Sanierungspflicht einhalten

Empfehlung für Honigbienen

Die Bekämpfung von besonders ansteckenden und gravierenden Krankheiten und Parasiten wird auf kantonaler und nationaler Ebene koordiniert. Als Imker/in müssen Sie Ihre Pflichten einhalten und die Anweisungen des Bieneninspektors beachten.

Nehmen Sie die Registrierungspflicht wahr. Melden Sie Ihre Völker beim Bieneninspektor an.

Bild: Ruedi Ritter

Melden Sie Ihrem Bieneninspektor Verdachtsfälle oder Ausbrüche von meldepflichtigen Krankheiten und Parasiten unverzüglich.

Führen Sie Massnahmen zur Vorbeugung und Bekämpfung von Krankheiten und Parasiten nach dem Konzept des Bienengesundheitsdienstes durch.

Ziehen Sie je nach Bedarf und Vorschrift den Bieneninspektor oder eine andere Fachperson, zum Beispiel des Bienengesundheitsdienstes, bei.

Setzen Sie Sanierungsmassnahmen bei Krankheiten, die gemäss Tierseuchenverordnung zu bekämpfen sind, entsprechend den Anweisungen des Bieneninspektors um.

In den empfohlenen Dokumentationen finden Sie die rechtlichen Vorschriften zu Sanierungsmassnahmen des Bundesamts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV.

Zuchtwürdige Völker und Königinnen selber vermehren

Empfehlung für Honigbienen

Zum Halten von Honigbienen gehört auch die Erneuerung von Völkern. Sie fördern damit vitale und lokal angepasste Bienen auf Ihrem Stand. So sind Sie nicht darauf angewiesen, Völker zu beziehen, von denen Sie den Gesundheitszustand nicht genau kennen.

Bilden Sie aus Ihren gesunden und vitalen Völkern neue Jungvölker, zum Beispiel durch einen Königinnen-Kunstschwarm oder einen Brutableger.

Bild: Ruedi Ritter

Die Methoden können selbstständig erlernt und durchgeführt werden. Für Anfänger empfiehlt sich die Arbeit zu zweit oder in einer Kleingruppe.

Züchten Sie mit einfachen Methoden Ihre eigenen Königinnen.

Die Methoden können selbstständig erlernt und durchgeführt werden. Für Anfänger empfiehlt sich die Arbeit zu zweit oder in einer Kleingruppe.

Bienenvölker nicht in die Nähe von wichtigen Lebensräumen für Wildbienen platzieren

Empfehlung für Wildbienen

Eine hohe Dichte an Honigbienen kann sich insbesondere zu blütenarmen Zeiten negativ auf die Bestände von Wildbienen auswirken. Durch die Konkurrenz bei der Nahrungssuche können Wildbienen beim Sammeln eingeschränkt werden und sich deshalb weniger erfolgreich fortpflanzen.

Es ist noch nicht wissenschaftlich geklärt, wie stark sich die Konkurrenz mit Honigbienen auf die Entwicklung der Wildbienen auswirkt. Vorsicht beim Platzieren von Honigbienenvölkern in wichtigen Lebensräumen der Wildbienen ist jedoch angezeigt.

Verzichten Sie auf die Platzierung von Bienenvölkern in speziell für Wildbienen geeigneten Lebensräumen. Als Richtwert halten Sie eine Pufferdistanz von 1–2 km zu diesen Lebensräumen ein.

Bild: Wildbiene und Partner

Informieren Sie sich über wichtige Lebensräume für Wildbienen in Ihrer Region bei lokalen Naturschutzorganisationen, beim Amt für Natur des Kantons oder bei der entsprechenden Stelle der Gemeinde.

Dialog mit Landwirt/innen suchen

Empfehlung für Honigbienen

Je nachdem, wie Landwirt/innen das Kulturland im Umfeld Ihres Bienenstockes bewirtschaften, fördern sie das Nahrungsangebot für Bienen und reduzieren die Bienenverluste beim Mähen.

Besprechen Sie mit den Landwirt/innen in Ihrer Umgebung mögliche Massnahmen zur Förderung des Blütenangebotes und schonende Mähtechniken.

Freilebende Honigbienenvölker nicht selber entfernen, sondern dem Bieneninspektor melden

Empfehlung für Honigbienen

Da Honigbienen in freier Wildbahn ihren Krankheiten und Parasiten ohne Behandlung ausgesetzt sind, könnten sie befallen sein und so ein Risiko für die domestizierten Völker darstellen.

Sammeln Sie in Hohlräumen eingenistete Honigbienenvölker nicht ein, sondern melden Sie sie dem Bieneninspektor.

Bild: Ruedi Ritter

Der Bieneninspektor entscheidet, ob das Volk eingesammelt, abgetötet oder belassen und überwacht werden kann.
> Kantonale Bieneninspektoren

Es kann sinnvoll sein, die Entwicklung einzelner freilebender Honigbienenvölker zu verfolgen und festzustellen, ob sie ohne Behandlung eine Toleranz gegen Krankheiten und Parasiten entwickeln.