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Personen, die Acker- oder Gemüsebau betreiben, Grasland, Obstanlagen oder Reben bewirtschaften und Landschaftspflege betreiben.

Empfehlungen für Landwirt/innen

Sie prägen die Kulturlandschaft und leisten damit einen grossen Beitrag zur Qualität der Landschaft, dem Nahrungsangebot für Bienen und dem Nistplatzangebot für Wildbienen. Sie schonen Bienen bei Ihrer Arbeit, je nachdem ob und wie Sie Pflanzenschutzmittel und Dünger einsetzen und welche Mähtechniken und Schnittzeitpunkte Sie wählen.

Blütenreiche Lebensräume schaffen und erhalten

Empfehlung für Honigbienen
Empfehlung für Wildbienen

Die Entwicklung von Honig- und Wildbienen hängt wesentlich vom Nektar- und Pollenangebot in der Landschaft ab. Wichtig ist ein durchgehendes Blütenangebot von März bis Oktober, also auch während der eher blütenarmen Sommermonate Juni bis August. Honigbienen nutzen verschiedene Blütenpflanzen, viele Wildbienenarten hingegen sind auf bestimmte Pflanzengattungen oder -familien spezialisiert. Um möglichst viele Wildbienenarten zu fördern, muss das Blütenangebot vielfältig sein.

Erhalten Sie die Rand- und Restflächen, aber pflegen Sie sie nur wenn nötig mit einem späten Schnitt jährlich und ohne Dünger.

Restflächen wie Böschungen, brachliegende Stellen, Gewässerränder oder Ruderalflächen beherbergen wichtige Nahrungspflanzen für Bienen. Durch eine weniger intensive Pflege dieser Flächen sparen Sie Zeit und schaffen zudem ein erhöhtes Nahrungsangebot für Bienen.

Bewirtschaften Sie Wiesen und Weiden extensiv, insbesondere an bereits mageren und artenreichen Standorten.

Bild: Wildbiene und Partner

Setzen sie keinen Dünger ein und mähen Sie möglichst spät. Eine Verschiebung des Mähzeitpunktes um einen Monat hilft den Bienen erheblich. Werten Sie extensiv genutzte Wiesen mit unbefriedigender botanischer Zusammensetzung mit einer Neuansaat oder einer Direktbegrünung auf.

> Merkblatt zu Bienen in der Landwirtschaft

Mähen Sie in Obstanlagen oder Reben jeweils nur jede zweite Fahrgasse. Dadurch bleibt ein Blütenangebot auch nach dem Mähen bestehen.

Lassen Sie beim Mähen auf mindestens 10 Prozent der Fläche Rückzugsstreifen stehen und wählen Sie bei benachbarten Wiesen unterschiedliche Schnitttermine (gestaffelte Mahd).

Rückzugsstreifen sind meist streifenförmige Flächen, auf denen das Gras ungeschnitten stehen gelassen wird.

Durch Rückzugsstreifen auf Wiesen und gestaffelte Mahd schaffen Sie für Bienen ein durchgehendes Blütenangebot von Frühling bis Herbst. Wenn Sie Rückzugsstreifen über den Winter stehen lassen, schaffen Sie zudem Nistplätze und Überwinterungsorte für Wildbienen.

Schaffen Sie im Ackerland blütenreiche Lebensräume für Bienen durch das Anlegen von Bunt- und Rotationsbrachen, Blühstreifen für Bestäuber, Ackerschonstreifen und Säume.

Wählen Sie Saatmischungen mit einheimischen Wildpflanzen und bevorzugen Sie die artenreichste Mischung mit nützlichen Pflanzenarten für Wildbienen. Achtung: Nur die vom Bundesamt für Landwirtschaft bewilligten Saatmischungen sind direktzahlungsberechtigt.
> Direktzahlungsverordnung

Grundsätzlich gilt: Mehrjährige Flächen sind für Wildbienen besser, weil die Mehrheit der Nahrungspflanzen zwei- oder mehrjährig ist. Zudem bieten mehrjährige Flächen Nistplätze, in denen Wildbienen überwintern.

Wenn Sie Bunt- oder Rotationsbrachen anlegen, wählen Sie Standorte mit wenig Unkraut, die nicht vernässt, schattig oder verdichtet sind.

Pflanzen Sie wenn immer möglich blütenreiche Zwischenfrüchte, wie zum Beispiel Wiesenklee, möglichst schnell nach der Ernte der Hauptkultur an.

Bild: Ruedi Ritter

So helfen Sie, die Nahrungslücke für Bienen von Juni bis August zu schliessen.

Tolerieren Sie in den Ackerkulturen eine unproblematische Restverunkrautung.

Ackerunkräuter können sehr wertvolle Nektar- und Pollenspender sein, so zum Beispiel alle klein- und grossblütigen Kreuzblütler.

Pflanzen und pflegen Sie in Randbereichen Hecken mit möglichst breitem, extensiv bewirtschaftetem Krautsaum. Sie bieten ausserhalb der Blütezeit der Kulturpflanzen wichtige Nahrung für Bienen.

Bild: Regula Benz, AGRIDEA

Gemäss Direktzahlungsverordnung sind 6 m als Hecke anrechenbar. Breitere Säume entlang von Hecken oder am Waldrand können Sie allenfalls als extensiv bewirtschaftete Wiese oder Weide anmelden.

Hecken benötigen alle paar Jahre eine Pflege, damit sie nicht eintönig und für Bienen (und viele weitere Tiere) uninteressant werden. Für grossflächige und aufwendige Pflegeaktionen können Sie als Unterstützung zum Beispiel Imker- oder Naturschutzvereine beiziehen – am besten unter Begleitung einer Fachperson.

Pflanzenzüchtung kann dazu führen, dass Kulturpflanzen wie Sonnenblumen oder Raps keinen oder nur wenig Pollen und Nektar produzieren. Wählen Sie, falls bekannt, für Ihre Kulturen nektar- und pollenreiche Sorten.

Bild: jarrycz-Fotolia

Sprechen Sie Ihren Samenhändler darauf an. Leider ist die Information zu Pollen- und Nektarproduktion bestimmter Sorten dem Händler jedoch oft nicht bekannt.

Erhalten Sie wertvolle einheimische Pflanzengesellschaften, indem Sie gebietsfremde, invasive Arten regelmässig vor dem Absamen entfernen.

Gewisse invasive, gebietsfremde Arten (invasive Neophyten) werden zwar von Bienen besucht, jedoch verdrängen sie einheimische Pflanzenarten. Sie verhindern somit ein vielfältiges Blütenangebot, das insbesondere für Wildbienen überlebenswichtig ist.

Zu den invasiven Neophyten gehören unter anderem die Kanadische Goldrute, das Drüsige Springkraut und das Jakobskreuzkraut. Vollständige Liste der invasiven Neophyten der Schweiz:
> Neophyten Schweiz
> info flora

Säen oder pflanzen Sie um die Gebäude und in Ihrem Garten an sonnigen Stellen mit eher magerem Boden einheimische Wildblumen, Sträucher und Bäume als Nahrungspflanzen für Bienen.

Liste mit nützlichen Nahrungspflanzen für Bienen und weitere Informationen zur Förderung von Bienen im Hausgarten und um Gebäude:
> Merkblatt zu Wildbienen im Siedlungsgebiet (Download ab 17. Mai)

Empfehlung für Gärtner/innen
> Blütenreiche Lebensräume schaffen und erhalten

Nistplätze für Wildbienen schaffen und erhalten

Empfehlung für Wildbienen

Neben einem grossen und vielfältigen Blütenangebot sind Wildbienen auch auf Nistplätze angewiesen. Je nach Art nisten sie im Boden, im Totholz, in der Streu, in dürren Pflanzenstängeln, an Steinen oder in leeren Schneckenhäuschen. Die Nistplätze müssen in der Nähe von geeigneten Nahrungspflanzen stehen, maximal in einer Entfernung von 100–300 m. Grössere Distanzen führen wegen langer Transportwege zu Einbussen bei der Fortpflanzung.

Falls auf Restflächen auf Ihrem Betrieb alte Haufen von unbehandeltem Holz stehen, sich Steinhaufen türmen oder Abrisskanten den Erdboden freigeben: Belassen Sie diese als Nistplätze für Wildbienen.

Lassen Sie auch Altgrasbestände stellenweise über mehrere Jahre an der gleichen Stelle stehen. Dies sind weitere wichtige Niststrukturen für Wildbienen, insbesondere für Hummeln.

Durch weniger Aufräumen sparen Sie Zeit und schaffen zudem ein erhöhtes Angebot an Nistplätzen für Wildbienen.

Stapeln Sie an sonnigen Stellen mit trockenem Untergrund Baumstämme, Strünke, dicke Äste oder grosse Holzstücke auf.

Bild: Wildbiene und Partner

Belassen Sie die Holzbeigen für mehrere Jahre, damit sich Bienen einnisten können. Damit Äste als Nistplatz für Wildbienen dienen, sollten sie mindestens die Dicke eines Oberschenkels aufweisen. Besonders wertvoll für Wildbienen ist Totholz mit Weissfäule.

Als Standorte für Totholz sind Säume, extensiven Wiesen und Weiden, Obstgärten, Rest-, Rand-und Ruderalflächen sowie weitere vielfältig blühende Lebensräume geeignet.

Belassen Sie im Hochstamm-Obstgarten tote Äste als Nistplatz für Bienen so lang wie möglich am Baum. Lassen Sie tote Bäume stehen.

An steilen, gegen Südosten bis Südwesten gerichteten Böschungen können Sie mit einem Bagger Abrisskanten schaffen.

Solche senkrechten oder leicht überhängigen, offenen Bodenstellen sind wertvolle Nistplätze für bodennistende Wildbienen. Anleitung zum Bau von Abrisskanten:
> Merkblatt zu Wildbienen im Siedlungsgebiet

Auf Bunt- und Rotationsbrachen, Ruderal- und Randflächen sowie entlang von Hecken wachsen Pflanzenarten, deren dürre Stängel Nistplätze für Wildbienen bieten. Lassen Sie beim Mähen alte Stängel wo möglich über mehrere Jahre stehen.

Besonders geeignet für Wildbienen sind die Stängel von Brombeeren, Himbeeren, Wildrosen, Holunder, Königskerzen, Kletten, Beifuss und Karde.

Häufen Sie an sonnigen Stellen Steine, platzieren Sie einzelne grosse Findlinge oder bauen Sie Trockenmauern.

Bild: wildBee.ch

Einzelne Wildbienenarten bauen ihre Nester an Steinstrukturen, andere bauen sie in den Sand. Füllen Sie Zwischenräume in Steinhaufen sowie in und hinter Trockenmauern stellenweise mit Sand.

Um die Stabilität der Mauer nicht zu gefährden, darf der Sand erst eingebracht werden, nachdem die Mauersteine stabil aufgebaut und gut hintermauert sind.

Der Bau von Trockensteinmauern ist anspruchsvoll und arbeitsintensiv. Ziehen Sie eine erfahrene Person bei. Eine einfachere Alternative ist das Anlegen von Steinhaufen.

Stellen Sie an sonnigen Orten und vor Witterung geschützt Wildbienen-Nisthilfen auf. Dabei ist die Verwendung verschiedener Materialien sinnvoll.

Bild: Verein Konkret

Nisthilfen eignen sich vor allem vor dem Haus zu Demonstrations- und Bildungszwecken sowie im Obstgarten zur Vermehrung von Bestäubern. Für die Förderung einer vielfältigen Wildbienengesellschaft reichen sie nicht. Nur sehr wenige Arten können von Nisthilfen profitieren.

Nutzen Sie die hier empfohlenen Anweisungen zu Nisthilfen. Im Internet kursieren viele mangelhafte oder falsche Anleitungen.

Kontakt von Bienen mit Pflanzenschutzmitteln vermeiden

Empfehlung für Honigbienen
Empfehlung für Wildbienen

Pflanzenschutzmittel können erwiesenermassen negative Auswirkungen auf Honig- und Wildbienen haben. Bestehen bei der Anwendung erhöhte Risiken einer Vergiftung, werden Produkte mit entsprechendem Hinweis auf Verpackung oder Etikette versehen (Gefährlich für Bienen / SPe 8). Zudem gelten Einschränkungen wie das Verbot zur Anwendung auf blühende Kulturen. Doch auch bei nicht gekennzeichneten Produkten kann eine Gefährdung der Bienen nicht ausgeschlossen werden, insbesondere wenn sie falsch angewendet werden. Hinzu kommt, dass Testmethoden bei der Zulassung nicht alle Risiken abdecken können.

Der Kontakt mit Insektiziden kann bei Bienen zum Tod führen (letale Effekte). Er kann aber auch den Orientierungssinn stören, das Überleben der Brut beeinflussen oder die Fruchtbarkeit reduzieren (subletale Effekte). Auch Fungizide können für Bienen giftig sein.

Wählen Sie im Acker-, Obst- und Weinbau wenn möglich naturnahe Anbausysteme wie den Extenso-Anbau oder den biologischen Landbau.

Sie reduzieren dadurch den Bedarf an gefährlichen Pflanzenschutzmitteln.

Extenso-Anbau gibt es für Getreide, Raps, Sonnenblumen, Eiweisserbsen und Ackerbohnen. Informieren Sie sich:
> Kantonale Beratungsstellen
> Organisationen für biologischen Landbau

Reduzieren Sie mit guter Agrarpraxis den Bedarf an Pflanzenschutzmitteln.

Bild: Matthias Tschumi

Wählen Sie resistente und angepasste Pflanzensorten, eine sorgfältige Fruchtfolge sowie eine angepasste Düngung. Legen Sie Blühstreifen und Hecken zur Förderung von Nützlingen an.

Informieren Sie sich bei Bedarf bei Ihrer kantonalen Beratungsstelle oder besuchen Sie deren Weiterbildungsveranstaltungen.

Wenden Sie gegen Schädlinge wenn möglich natürliche Bekämpfungsmethoden an wie Verwirrungstechnik mit Sexualduftstoffen, Fallen, Nützlinge und Mikroorganismen.

Bild: Matthias Tschumi

Wenden Sie wenn möglich eine nicht-chemische Unkrautregulation (mechanisch oder thermisch) an.

Informieren Sie sich bei Bedarf bei Ihrer kantonalen Beratungsstelle oder besuchen Sie deren Weiterbildungsveranstaltungen.

Vermeiden Sie unnötige Behandlungen.

Berücksichtigen Sie Prognosemodelle und Warndienste für Krankheiten und Schädlinge und verfolgen Sie den Befall der Kulturen im Feld gut.

Informieren Sie sich bei Bedarf bei Ihrer kantonalen Beratungsstelle oder besuchen Sie deren Weiterbildungsveranstaltungen.

Lesen Sie vor dem Anwenden von Pflanzenschutzmitteln Packungsbeilage oder Etikette und beachten Sie Anwendungseinschränkungen.

Achten Sie auf die korrekte Menge, die Anzahl Wiederholungen sowie den richtigen Zeitpunkt und vermeiden Sie unnötige Anwendungen.

Diese minimalen Vorsichtsmassnahmen gelten für alle Pflanzenschutzmittel. Bei der Einschätzung der Gefahren für Bienen (und andere Organismen) gehen die Behörden davon aus, dass die Mittel sachgemäss und vorsichtig angewendet werden.

Informieren Sie sich vor der Anwendung bei unabhängigen Beratungsstellen über die Risiken im Zusammenhang mit den verwendeten Mitteln:
> Kantonale Beratungsstellen

Wenden Sie Pflanzenschutzmittel bei für Bienen attraktiven Kulturen (falls überhaupt erlaubt) möglichst abends nach Bienenflug an. Bevorzugen Sie Mittel, die Sie vor oder nach der Blütephase der Kultur anwenden können.

Wenden Sie Pflanzenschutzmittel abends am besten nach Sonnenuntergang an. Der Zeitpunkt des Sonnenuntegangs ist für jeden Tag definiert und wird publiziert.

Kulturen können für Bienen attraktiv sein, wenn sie offene Blüten oder Honigtau aufweisen.

Vertiefte Informationen zu attraktiven Kulturpflanzen:
> Merkblatt zu Pflanzenschutzmitteln in der Landwirtschaft

Treffen Sie beim Anwenden von Pflanzenschutzmitteln Massnahmen, welche die Abdrift reduzieren.

Bild: René Total, Agroscope

Wenden Sie geeignete Applikationstechniken an (zum Beispiel Antidrift-Drüsen). Verzichten Sie auf Behandlungen bei Wind sowie vor und nach starken Regenfällen.

Vergewissern Sie sich, ob blühende Nachbarkulturen, Biodiversitätsförderflächen oder Randflächen an die zu behandelnde Kultur angrenzen oder blühende Unterkulturen (z.B. Wiesen unterhalb von Obstbäumen) vorhanden sind. Vermeiden Sie auf alle Fälle die Drift von Pflanzenschutzmitteln in solche Kultur- oder Wildpflanzenbestände.

Suchen Sie Alternativen zu Pflanzenschutzmitteln, die als bienengefährlich gekennzeichnet sind – und zu Saatgut, das damit behandelt ist.

Wenden Sie sich dafür an unabhängige Beratungsstellen oder besuchen Sie deren Weiterbildungsveranstaltungen:
> Kantonale Beratungsstellen

Bienenfreundliche Mähtechnik und Schnittzeitpunkte wählen

Empfehlung für Honigbienen
Empfehlung für Wildbienen

Beim Mähen von blühenden Wiesen zu Zeiten des Bienenflugs können beträchtliche Mengen an Honig- und Wildbienen getötet werden. Mit dem richtigen Mähwerk und dem idealen Schnittzeitpunkt können Sie die Anzahl der Bienenopfer stark reduzieren.

Beobachten Sie die Bienenaktivität vor dem Mähen. Verschieben Sie das Mähen mit Rotationsmähwerk oder Mulcher bei mehr als einer Biene pro Quadratmeter.

Bevorzugen Sie Messerbalkenmähwerke, so sind Sie bezüglich Mähzeitpunkt flexibel.

Verzichten Sie auf den Einsatz von Mähaufbereitern.

Mit dem Mähaufbereiter werden die Grashalme beim Mähen gequetscht und geknickt. Der Verlust an Bienen erhöht sich so beträchtlich. In Biodiversitätsförderflächen der Qualitätsstufe 2 sind Mähaufbereiter verboten.
> Direktzahlungsverordnung

Fällt Ihnen die Beurteilung im Feld schwer, berücksichtigen Sie Witterung und Tageszeit.

An Tagen mit bedecktem Himmel, kühlen Temperaturen oder stärkerem Wind sowie frühmorgens vor 7 Uhr oder abends nach 18 Uhr ist der Bienenflug in der Regel gering.

Einschleppen von Krankheiten beim Import von Hummelvölkern vermeiden

Empfehlung für Honigbienen
Empfehlung für Wildbienen

Zur Bestäubung von Obstanlagen und Gewächshauskulturen werden Hummeln eingesetzt. Weil es in der Schweiz keine professionelle Vermehrung gibt, werden diese importiert. Dadurch können Krankheiten für Honig- und Wildbienen eingeschleppt und lokale angepasste Hummelpopulationen mit genetisch fremden Tieren überschwemmt werden.

Fördern Sie Wildbienen in der Umgebung Ihrer Kulturen, indem Sie Niststrukturen und blütenreiche Lebensräume schaffen.

Bild: Wildbiene und Partner

Dadurch sind Sie weniger auf den Kauf von Bestäubern angewiesen.

Empfehlungen für Landwirt/innen
> Blütenreiche Lebensräume schaffen und erhalten
> Nistplätze für Wildbienen schaffen und erhalten

Fragen Sie Imker/innen, ob sie während der Blütezeit Ihrer zu bestäubenden Kulturen Bienenvölker bei Ihnen platzieren können.

Verzichten Sie wenn möglich auf den Import von Hummelvölkern. Wählen Sie Bestäuber aus einheimischer Vermehrung, zum Beispiel Mauerbienen.

Ist der Einsatz von einheimischen Bestäubern nicht möglich, fragen Sie beim Händler nach, ob der Produzent im Ausland krankheitsfreie Hummeln garantieren kann.

Oft ist die Information zur Gesundheit der Hummeln dem Händler nicht bekannt.

Legen Sie die Kästen ausgedienter Hummelvölker sofort in die Tiefkühltruhe (für mindestens 24 Stunden) und entsorgen Sie sie danach im Hauskehricht.

So vermeiden Sie, dass mögliche Krankheiten oder Parasiten verschleppt werden. Und die Anzahl Hummeln, die ausfliegen und sich mit lokalen Artgenossen verpaaren, wird reduziert.

Das Tiefkühlen von Kästen mit lebendigen Hummeln dient dazu, die Hummeln tiergerecht abzutöten.

Dialog mit Imker/innen suchen

Empfehlung für Honigbienen

Die Bewirtschaftung des Kulturlands hat einen direkten Einfluss auf die Gesundheit der Honigbienen und somit auch auf den Erfolg und die Arbeit der Imker/innen in der Region.

Diskutieren Sie mit Imker/innen die gegenseitigen Ansprüche.

Zeigen Sie auf, welche Massnahmen zur Förderung des Blütenangebots Sie bereits ergreifen und welche schonenden Mähtechniken Sie bereits anwenden. Informieren Sie sich über mögliche Massnahmen aus Sicht der Imker/innen.