Gemeint sind...

Personen, die (auch im Auftrag einer Gemeinde, eines Unternehmens oder einer Institution)

  • öffentliche natürliche Flächen (zum Beispiel Park, Bahnbord, Friedhof) entwerfen, planen oder sich um deren Pflege kümmern
  • für einen Sportplatz, einen Golfplatz, ein Schulhaus oder ein Firmengelände zuständig sind
  • eine Kiesgrube betreiben oder Umweltmassnahmen darin planen
  • natürliche Lebensräume im Siedlungsgebiet schützen.

Empfehlungen für Verantwortliche öffentliche und private Grünflächen

Sie bestimmen direkt oder indirekt über Gestaltung, Qualität und Nutzung von Grünflächen im Siedlungs- und Industrieraum – und damit auch über wichtige Lebensräume für Wild- und Honigbienen.

 

Auf die Bedürfnisse der Bienen Rücksicht nehmen

Empfehlung für Honigbienen
Empfehlung für Wildbienen

Das Siedlungsgebiet und Industriezonen stellen einen wichtigen Lebensraum für Wild- und Honigbienen dar. Nehmen Sie Ihre Möglichkeiten wahr: Bevorzugen Sie Planung und Gestaltung der Grünflächen sowie bei deren Pflege bienenfreundliche Flächentypen, Pflanzenarten und Pflegemethoden.

Fördern Sie das Angebot an einheimischen und für Bienen nützlichen Blütenpflanzen in Pärken, an Böschungen, entlang von Strassen und Bahnschienen, rund um Gebäude, auf Flachdächern oder an Fassaden.

Bild: Wildbiene und Partner

Besonders wertvoll sind artenreiche Wildblumenwiesen oder Wildblumenbeete sowie Bepflanzungen mit einheimischen Sträuchern und Bäumen.

Blütenreiche Grünflächen anzulegen, ist mit etwas Aufwand verbunden. Die Pflege ist aber oft einfacher als bei herkömmlichen Rasen oder Rabatten.

Listen von geeigneten Pflanzenarten:
> Merkblätter zu Wildbienen im Siedlungsgebiet, in Golfanlagen und in Kiesgruben

Empfehlung für Gärtner/innen
> Blütenreiche Lebensräume schaffen und erhalten

Fördern Sie Aufbau und Erhalt von Nistplätzen für Wildbienen.

Besonders wichtige Nistplätze für Wildbienen sind Holzhaufen aus grösseren, unbehandelten und morschen Holzstücken, Totholz an alten Bäumen, offene Bodenstellen, Sandhaufen, Steinstrukturen und dürre Pflanzenstängel verschiedener Pflanzenarten.

Um Nistplätze zu erstellen, braucht es je nach Nistplatz-Typ weniger oder mehr Zeit. Einige Nistplätze lassen sich auch ohne Aufwand erstellen. Die Pflege ist in der Regel sehr einfach.

> Merkblätter zu Wildbienen im Siedlungsgebiet, in Golfanlagen und in Kiesgruben

Empfehlung für Gärtner/innen
> Nistplätze für Wildbienen schaffen und erhalten

Vermeiden Sie Grünflächentypen und Pflanzenarten, bei deren Pflege ein hoher Bedarf an Pflanzenschutzmitteln oder Dünger besteht.

Bevorzugen Sie naturnahe Gartenbaumethoden. Erkundigen Sie sich bei naturnahen Gartenbaufirmen, Verbänden der Berufs- und Hobbygärtner oder im biologischen Fachhandel über Methoden zur Förderung von Nützlingen im Garten, den Einsatz von gekauften Nützlingen und Alternativen zur chemischen Unkrautkontrolle.

> Merkblatt zu Pflanzenschutzmitteln für Berufsgärtner/innen

Empfehlung für Gärtner/innen
> Kontakt von Bienen mit Pflanzenschutzmitteln und Bioziden vermeiden

Stellen Sie sicher, dass Blumenwiesen nicht vor Juli gemäht werden und dass beim Mähen auf mindestens 10 Prozent der Fläche Rückzugsstreifen stehen gelassen werden. Mähen Sie grössere Wiesen abschnittsweise (gestaffelte Mahd).

Rückzugsstreifen sind Flächen beliebiger Form und Grösse, auf denen Pflanzen ungeschnitten stehen gelassen werden.

Durch Rückzugsstreifen auf Wiesen, der gestaffelten Mahd und einem späten ersten Schnitt schaffen Sie für Bienen ein durchgehendes Blütenangebot von März bis Oktober. Wenn Sie Rückzugsstreifen über den Winter stehen lassen, ermöglichen Sie zudem Nistplätze und Überwinterungsorte für Wildbienen und andere Tiere.

Empfehlung für Gärtner/innen
> Blütenreiche Lebensräume schaffen und erhalten

Falls in Ihrer Region spezifische Förderprojekte für bedrohte Wildbienenarten existieren: Beziehen Sie die dort festgelegten Massnahmen in Ihre Planung mit ein.

Kontaktieren Sie dafür das Amt für Natur des Kantons oder die entsprechende Stelle der Gemeinde.

Stellen Sie sicher, dass invasive, gebietsfremde Arten konsequent bekämpft werden.

Gewisse invasive, gebietsfremde Arten (invasive Neophyten) werden zwar von Bienen besucht, jedoch verdrängen sie einheimische Pflanzenarten. Sie verhindern somit ein vielfältiges Blütenangebot im Siedlungsgebiet, das insbesondere für die Wildbienen überlebenswichtig ist.

Zu den invasiven Neophyten gehören unter anderem die Kanadische Goldrute, das Drüsige Springkraut, das Schmalblättrige Greisskraut, der Riesenbärenklau oder der Japanische Staudenknöterich. Vollständige Liste der invasiven Neophyten der Schweiz:
> Neophyten Schweiz
> info flora

Ermöglichen Sie Gärtner/innen und Unterhaltspersonal den grösstmöglichen finanziellen und gestalterischen Handlungsspielraum, um Massnahmen für die Bienen umzusetzen.

Ermöglichen Sie ihnen Weiterbildungskurse im naturnahen Gartenbau. Weiterbildungskurse werden insbesondere von den Verbänden der Berufs- und Hobbygärtner angeboten.

Lassen Sie sich für grössere Projekte von Fachpersonen zum Thema Wildbienen beraten.

Für Wildbienen relevante Lebensräume schützen, aufwerten und pflegen

Empfehlung für Wildbienen

Einige wenige Wildbienenarten können in intensiv genutzten Grünflächen leben. Viele Arten sind aber auf aufgewertete und geschützte Lebensräume angewiesen, zum Beispiel artenreiche Wiesen. Schützen heisst jedoch nicht, ganz auf eine Nutzung zu verzichten. Werden wertvolle Wiesen einmal im Jahr gemäht, verhindert dies das Zuwachsen mit Sträuchern und Bäumen.

Verschaffen Sie sich zusammen mit Wildbienen-Fachpersonen einen Überblick über wichtige Lebensräume für Wildbienen auf den Grünflächen in Ihrer Verantwortung.

Wichtige Lebensräume sind zum Beispiel Mager- und Trockenwiesen, ungenutzte Bereiche in Sand-, Kies- und Lehmgruben, natürliche Flussufer und Waldränder.

Definieren Sie zu schützende Objekte. Berücksichtigen Sie spezifische Förderprojekte für bedrohte Wildbienenarten, wenn diese in einer Region existieren.

Kontaktieren Sie das Amt für Natur des Kantons oder die entsprechende Stelle der Gemeinde, um über Förderprojekte in einer Region informiert zu sein.

Stellen Sie sicher, dass Lebensräume wildbienenfördernd genutzt und gepflegt werden: Mähen Sie zum Beispiel Magerwiesen jährlich und bekämpfen Sie invasive, gebietsfremde Arten.

Zu den invasiven, gebietsfremden Arten (invasive Neophyten) gehören unter anderem die Kanadische Goldrute, das Drüsige Springkraut, das Schmalblättrige Greisskraut, der Riesenbärenklau oder der Japanische Staudenknöterich. Vollständige Liste der invasiven Neophyten der Schweiz:
> Neophyten Schweiz
> info flora

Eine korrekte Nutzung und Pflege von Lebensräumen erhöht die Vielfalt von Pflanzen und damit das Nahrungsangebot für Wildbienen.

> Merkblätter zu Bienen in der Landwirtschaft, Wildbienen im Siedlungsgebiet und zur Waldrandaufwertung für Wildbienen

> Empfehlungen für Landwirt/innen
> Empfehlungen für Gärtner/innen
> Empfehlungen für Verantwortliche Wald

Werten Sie Flächen auf, indem Sie für Wildbienen nützliche Wildblumen, Sträucher und Bäume pflanzen.

Ergänzen Sie Flächen mit neuen Niststrukturen für Wildbienen.

Besonders wichtige Nistplätze für Wildbienen sind Holzhaufen aus grösseren, unbehandelten und morschen Holzstücken, Totholz an alten Bäumen, offene Bodenstellen, Sandhaufen, Steinstrukturen und dürre Pflanzenstängel verschiedener Pflanzenarten.

> Merkblätter zu Bienen in der Landwirtschaft, Wildbienen im Siedlungsgebiet und zur Waldrandaufwertung für Wildbienen

Empfehlungen für Landwirt/innen
> Nistplätze für Wildbienen schaffen und erhalten

Empfehlungen für Gärtner/innen
> Nistplätze für Wildbienen schaffen und erhalten

Empfehlungen für Verantwortliche Wald
> Nistplätze für Wildbienen am Waldrand schaffen und erhalten

Befinden sich wertvolle Lebensräume für Wildbienen auf Flächen in Ihrer Verantwortung, informieren Sie allfällige Imker/innen im Gebiet. Schlagen Sie ihnen vor, die Bienenvölker wenn möglich umzustellen.

Es ist noch nicht wissenschaftlich geklärt, wie stark sich die Konkurrenz durch Honigbienen auf die Entwicklung der Wildbienen auswirkt. Vorsicht beim Platzieren von Honigbienenvölkern in wichtigen Lebensräumen der Wildbienen ist jedoch angezeigt. Als Richtwert ist für Imker/innen eine Pufferdistanz von 1–2 km einzuhalten.

Erkundigen Sie sich beim Amt für Natur des Kantons oder bei der entsprechenden Stelle der Gemeinde über die Bedeutung verschiedener Lebensräume für Wildbienen.

Auf die Vernetzung von Lebensräumen achten

Empfehlung für Wildbienen

Angrenzende oder nahe beieinander liegende Flächen haben einen höheren Nutzen als isolierte Flächen. Wildbienen können nahe Lebensräume schneller besiedeln und einfacher zwischen ihnen wandern. Dies fördert den genetischen Austausch und hilft ihnen, die nötigen Pollen- und Nektarquellen sowie Nistplätze für ihre Fortpflanzung zu finden.

Achten Sie bei der Planung von Massnahmen darauf, dass Nahrungspflanzen und Nistplätze für Wildbienen nahe beieinander stehen, maximal in einer Entfernung von 100–300 m.

Bild: Wildbiene und Partner

Wildbienen transportieren den Pollen von geeigneten Pflanzen in ihre Nester, um einen Nahrungsproviant für die Nachkommen anzulegen. Dabei legen sie den Weg zwischen Nahrungspflanze und Nest viele Male zurück. Je grösser der Transportweg, desto kleiner ist der Erfolg ihrer Fortpflanzung.

Planen Sie Massnahmen für Wildbienen wenn möglich dort, wo bereits wertvolle Lebensräume in der Nähe bestehen oder direkt angrenzen.

Versuchen Sie, ein Netz von blüten- und nistplatzreichen Flächen zu schaffen – innerhalb des Quartiers, der Region, des Dorfs oder der Stadt zusammen mit Verantwortlichen benachbarter Liegenschaften, Bewirtschaftern benachbarten Kulturlandes, Vereinen und Behörden.

Berufs- und Hobbygärtner/innen über Massnahmen zur Förderung von Bienen informieren

Empfehlung für Honigbienen
Empfehlung für Wildbienen

Gemeindegärtner/innen, Gärtnereien, Gartenbaufirmen sowie Hobbygärtner/innen können Massnahmen für Bienen effektiver umsetzen, wenn sie fachkundig informiert werden.

Informieren Sie über Möglichkeiten, ein vielseitiges und langanhaltendes Blütenangebot zu schaffen.

Informieren Sie über Möglichkeiten, Nistplätze für Wildbienen zu schaffen.

Informieren Sie über die Gefahren für Bienen beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und Bioziden. Zeigen Sie auf, wie auf die Mittel verzichtet werden kann.

Bild: www.biogarten.ch

Alternativen bieten sich zum Beispiel mit der Wahl resistenter und angepasster Pflanzen, mit natürlicher und vorbeugender Schädlingskontrolle und mit nicht-chemischen Unkrautkontrollen.

Über Methoden zur Förderung von Nützlingen im Garten, den Einsatz von gekauften Nützlingen und Alternativen zur chemischen Unkrautkontrolle erkundigen Sie sich bei naturnahen Gartenbaufirmen, Verbänden der Berufs- und Hobbygärtner oder im biologischen Fachhandel.

> Merkblätter zu Pflanzenschutzmitteln für Hobbygärtner/innen und Berufsgärtner/innen

Empfehlung für Gärtner/innen
> Kontakt von Bienen mit Pflanzenschutzmitteln und Bioziden vermeiden