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Personen, die Wald besitzen oder ihn bewirtschaften und pflegen.

Empfehlungen für Verantwortliche Wald

Sie sind verantwortlich für den Wald, einen der wichtigen Lebensräume von Honig- und Wildbienen. Je nach Bewirtschaftung und Pflege verändern Sie Zusammensetzung und Struktur des Waldes und können so das Nahrungsangebot und die Nistplätze für Bienen verbessern.

Blütenangebot am Waldrand und im Wald steigern

Empfehlung für Honigbienen
Empfehlung für Wildbienen

Der Wald und insbesondere der Waldrand sind wichtige Lebensräume für Honig- und Wildbienen. Diese sammeln Pollen, Nektar und Honigtau an diversen Bäumen, Sträuchern und Kräutern – insbesondere Anfang Frühling und im Hochsommer, wenn ausserhalb des Waldes das Blütenangebot klein ist. Für Wildbienen sind vor allem strukturreiche und vielfältige Waldränder wichtig.

Schaffen Sie lichte Waldränder, wo wichtige Nahrungspflanzen für Wild- und Honigbienen in der Kraut-, Strauch und Baumschicht gedeihen können.

Bei der Auslichtung des Waldrands sind unregelmässige Eingriffe in die Baum- und Strauchschicht wichtig. Sie erhöhen die Strukturvielfalt und schaffen grössere Stellen, die voll besonnt sind. Dieser Lebensraum ist nicht nur für Bienen, sondern für viele andere Tier- und Pflanzenarten wertvoll.

Eingriffe in den Waldrand unterliegen dem Waldgesetz und müssen mit dem Förster besprochen werden. Allenfalls können Sie für Ihre Arbeit einen finanziellen Beitrag vom Kanton erhalten. Informieren Sie sich:
> Kantonale Forstämter

> Merkblatt zur Waldrandaufwertung für Wildbienen

Pflegen Sie die Strauchschicht regelmässig, damit geeignete Straucharten für Bienen nicht von schnellwüchsigen Arten verdrängt werden.

Hemmen Sie stark austreibende Sträucher, indem Sie diese möglichst tief auf den Stock setzen und mit Erde oder Astmaterial bedecken. Alternativ können Sie die Stöcke auch ausgraben. Durch diese Massnahme schaffen Sie Raum für seltenere Sträucher.

Planen Sie bereits beim ersten, meist grösseren Eingriff in den Waldrand die Pflege der Strauchschicht. Sie sollte ca. alle drei Jahre erfolgen. Für aufwendige Pflegemassnahmen können Sie mit Begleitung einer Fachperson Naturschutzvereine, Imkervereine oder Zivildienstleistende als Unterstützung beiziehen.

Liste von wichtigen Sträuchern für Bienen:
> Merkblatt zur Waldrandaufwertung für Wildbienen

Wenn der verbleibende Bestand an Bäumen und Sträuchern artenarm ist: Pflanzen Sie als Ergänzung natürlich vorkommende, einheimische und für Bienen nützliche Baum- und Straucharten.

Bild: Jacqueline Bütikofer

Für Bienen nützliche Baum- und Straucharten sind zum Beispiel: Weiden (inkl. Strauchweiden), Vogelkirsche, Wildapfel, Berg-, Spitz- und Feldahorn, Vogelbeere, Traubenkirsche, Weissdorn, Schwarzdorn, Wildrosen, Kreuzdorn, Faulbaum, Brombeere, Himbeere, Felsenbirne, Berberitze und Johannisbeere.

Wandeln Sie wenn möglich ein ganzes Waldareal in einen lichten Bestand um. Idealerweise führen Sie dieses als Sonderwaldreservat.

Sonderwaldreservate werden von Bund und Kantonen finanziell entschädigt. Informieren Sie sich bei Ihrem kantonalen Forstamt.

Mähen Sie entlang der Waldstrassen und -wege möglichst spät (ab Oktober) und lassen Sie mindestens 10 Prozent der Flächen als Rückzugsgebiete über den Winter stehen. Stellen Sie die Schnitthöhe auf mindestens 10 cm ein.

Bild: Jacqueline Bütikofer

Durch den späten Schnitt sparen Sie sich allenfalls eine Mährunde und helfen gleichzeitig den Bienen. Je nach Wuchsstärke können Weg- und Strassenränder auch nur jedes zweite Jahr gemäht werden.

Wenn Sie einen Waldrand aufgewertet haben: Versuchen Sie die Eigentümer oder Bewirtschafter des angrenzenden Kulturlandes zu überzeugen, einen möglichst breiten Saum entlang des Waldrandes extensiv zu bewirtschaften.

Bild: Regula Benz, AGRIDEA

Wenn die Wiese oder Weide neben einem aufgewerteten Waldrand extensiv bewirtschaftet wird, steigt der Nutzen für Bienen erheblich an. Daher lohnt es sich, Massnahmen am Waldrand und im Kulturland zu koordinieren.

Am Waldrand ist ein Saum von 3 m obligatorisch. Breitere Säume können Landwirt/innen als extensive Wiese oder Weide anmelden, sofern die Bedingungen erfüllt sind. Informieren Sie sich dazu:
> Kantonale Beratungsstellen für Landwirtschaft

Nistplätze für Wildbienen am Waldrand schaffen und erhalten

Empfehlung für Wildbienen

Neben einem grossen und geeigneten Blütenangebot sind Wildbienen auch auf Nistplätze angewiesen. Je nach Art nisten sie im Boden, im Totholz, in der Streu, in dürren Pflanzenstängeln, an Steinen oder in leeren Schneckenhäuschen. Die Nistplätze müssen in der Nähe von geeigneten Nahrungspflanzen stehen, maximal in einer Entfernung von 100–300 m. Grössere Distanzen führen wegen langer Transportwege zu Einbussen bei der Fortpflanzung.

Lassen Sie tote Bäume (Spechtbäume) stehen, und lassen Sie tote Äste so lang wie möglich an den Bäumen – sofern die Sicherheit dies zulässt.

Lassen Sie beim Fällen von Bäumen an sonnigen Stellen einen hohen Stock stehen.

Der Fällschnitt bei einem hohen Stock sollte wenn möglich mindestens 1 m ab Boden sein. Aus Sicherheitsgründen darf er Ihre Schulterhöhe nicht übersteigen.

Alternativ können Sie die Bäume mit einer Erntemaschine auf einer Höhe von 2–3 m kappen.

Stapeln Sie an sonnigen und trockenen Stellen Stammstücke, grössere Äste oder Wurzelstücke auf. Wenn Sie Äste häufen, legen Sie die dicksten zuoberst hin.

Bild: Dominik Bohnenblust, FSKB

Damit Äste als Nistplatz für Wildbienen dienen, sollten sie mindestens die Dicke eines Oberschenkels aufweisen. Besonders wertvoll für Wildbienen ist Totholz mit Weissfäule. Achten Sie beim Beigen von Astmaterial darauf, dass Steinstrukturen (Steinhaufen, Felsen, Trockensteinmauern), besonnte, offene Bodenstellen oder magere Flächen mit blütenreicher Krautvegetation wenn möglich nicht bedeckt werden.

Entfernen Sie die Sträucher rund um offene Bodenstellen, Abrisskanten an Steilhängen und Steinstrukturen wie Steinhaufen, Felsen und Trockensteinmauern.

Durch die Besonnung werden diese Stellen zu interessanten Nistgebieten und Aufwärmplätzen für Wildbienen. Pflegen Sie die Flächen etwa alle drei Jahre und halten Sie sie so frei.

Entlang des Waldrandes können Pflanzenarten wachsen, deren dürre Stängel Nistplätze für Wildbienen bieten. Lassen Sie alte Stängel über mehrere Jahre stehen.

Besonders geeignet für Wildbienen sind die Stängel von Wildrosen, Königskerze, Brombeere, Himbeere und Holunder.

Platzieren Sie an verschiedenen Stellen Steine oder bauen Sie kleine Trockenmauern. Füllen Sie stellenweise Zwischenräume in Steinhaufen sowie in und hinter Trockenmauern mit Sand. Sie bieten so Nistplätze für weitere Wildbienenarten.

Um die Stabilität einer Trockenmauer oder eines Steinhaufens nicht zu gefährden, darf der Sand erst eingebracht werden, nachdem die Steine stabil aufgebaut sind.

Stein- und Sandhaufen sowie Trockenmauern sind Eingriffe in den Waldrand und unterliegen dem Waldgesetz. Besprechen Sie diese Massnahme mit dem Förster. Der Aufbau von Trockensteinmauern ist anspruchsvoll und arbeitsintensiv. Ziehen Sie eine erfahrene Person bei. Eine einfache Alternative ist das Anlegen von Steinhaufen.